Der Einfluss von Lesen auf den Menschen und seine Entwicklung
- Leni, S3
- 9. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Viele Menschen Lesen täglich, ohne groß darüber nachzudenken: in Büchern blättern, Texte scannen, Meldungen checken. Dabei passiert im Kopf viel mehr, als man meinen könnte. Forscher sehen dort regelrechte Arbeit statt bloßer Eingabe. Statt einfach Zeichen abzuarbeiten, verknüpft das Gehirn Inhalte, sucht Zusammenhänge und bildet Vorstellungen. Es ist ein aktiver Denkprozess, der das Gehirn trainiert, Fähigkeiten stärkt und sich auf viele Bereiche des Lebens auswirkt.

Dem Bericht der Max-Planck-Gesellschaft zufolge ist das Lesen keine angeborene Fähigkeit, und, dass das menschliche Gehirn ursprünglich nicht dafür gemacht ist, geschriebene Zeichen zu verstehen. Beim Erlernen des Lesens beginnt das Gehirn jedoch, unterschiedliche Regionen untereinander zu vernetzen zum Beispiel die für das Sehen, Sprechen, Konzentrieren oder das Gedächtnis zuständig sind. Mit jeder einzelnen Leseübung wachsen diese Verbindungen enger zusammen und aus Wiederholung wird langsam Sicherheit. Dadurch können geübte Leser Texte schneller erfassen, Inhalte besser einordnen und sich länger an Gelesenes erinnern. Lesen verändert das Gehirn also tatsächlich und wirkt wie ein langfristiges Training für geistige Fähigkeiten.
Lesen nicht nur für Schule wichtig
Nicht nur während der Schulzeit, sondern auch im Alltag des Menschen zeigen sich die positiven Effekte des Lesens. Lesen wird von Krankenkassen wie die IKK classic als eine Art mentales Training beschrieben, welches die Konzentration und Merkfähigkeit verbessert. Dabei werden nämlich nicht nur Informationen aufgenommen, sondern auch verstanden, bewertet und mit vorherigem Wissen verknüpft, was dabei hilft komplexe Texte wie Artikel oder Vorträge besser zu verstehen oder im Alltag schneller und einfacher Entscheidungen zu treffen. Somit wird neben dem regelmäßigen Lesen auch noch gleichzeitig das Denken trainiert.
Lesen hat auch positive Effekte auf die Gesundheit. Laut der AOK kann Lesen helfen Stress abzubauen und dazu beitragen, dass der Körper entspannt und zur Ruhe kommt. Beim konzentrierten Lesen verlangsamt sich der Herzschlag und der Atem wird ruhiger. Deshalb nutzen viele Menschen Lesen bewusst als Ausgleich nach einem anstrengenden Tag und besonders abends kann es helfen besser abzuschalten als die ständige Nutzung des Handys oder sozialen Medien. Somit hat lesen nicht nur gute Auswirkungen auf den Kopf, sondern auch auf das menschliche Wohlbefinden.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die sprachliche Entwicklung. Das ständige Lesen erweitert automatisch den Wortschatz und entwickelt ein besseres Gefühl für Sprache, was sich nicht nur bei dem Schreiben von Aufsätzen, sondern auch im mündlichen Ausdruck widerspiegelt. Oft können sich Menschen, die regelmäßig lesen, präziser ausdrücken und komplexe Gedanken klarer formulieren. Außerdem verbessert Lesen das Textverständnis, was im Alltag zum Beispiel beim Verstehen von Nachrichten, Anleitungen oder politischen Informationen eine wichtige Rolle spielt.
Besonders deutlich wird der Einfluss des Lesens in der schule. Eine Studie vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln zeigt: Wer als Kind regelmäßig liest, hat später bessere schulische Ergebnisse. Wer früh mit dem Lesen anfängt, schneidet in Fächern wie Deutsch oder Fremdsprachen oft besser ab. Außerdem erhalten sie häufiger eine Gymnasialempfehlung. Selbst wenn man den Familienhintergrund wie Bildung, Einkommen oder die Unterstützung von zuhause berücksichtigt, bleiben die positiven Effekte des frühen Lesens auffällig.
Kurz gesagt: Lesen wirkt sich eigenständig positiv auf den Schulerfolg aus, unabhängig davon, wie viel Förderung von der Familie kommt. Lesen kann also helfen Bildungsunterschiede zumindest teilweise auszugleichen.Lesen kann neben Noten auch positive Auswirkungen auf die persönliche Entwicklung haben. Das Einfühlungsvermögen wird durch das Lesen von Romanen und Geschichten verstärkt, da Leserinnen und Leser in die Gedanken und Gefühle der Figuren eintauchen. So lassen sich andere Perspektiven besser nachvollziehen und Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln sehen. Das nützt nicht nur im Miteinander, sondern auch später im Job – etwa, wenn es um Teamarbeit oder Konfliktlösung geht.
Der frühe Vogel fängt den Bücherwurm
Lediglich das Vorlesen gegenüber Kindern im jungen Alter unterstützt die Sprachentwicklung enorm. Sie entwickeln schneller ein Sprachgefühl, lernen leichter selbst zu lesen und haben oft mehr Interesse und Freude an Büchern. Jedoch zeigen Ermittlungen, dass Kindern in Deutschland nur selten vorgelesen wird, was langfristig Nachteile für ihre schulische und persönliche Entwicklung haben kann.

Außerdem spielt die Art des Lesens eine Rolle. Untersuchungen haben gezeigt, dass gedruckte Texte oft gründlicher gelesen und besser verstanden werden als Texte auf Bildschirmen. Dies ist, weil man beim Lesen am Handy oder Computer schneller abgelenkt ist und Inhalte eher überflogen werden, statt sich intensiv mit ihnen auseinanderzusetzen. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Lesen auf digitalen Geräten grundsätzlich schlecht ist, sondern, dass konzentriertes bewusstes Lesen besonders wichtig ist.
Zusammenfassend zeigt sich das Lesen eine Bedeutende Rolle auf den Menschen und seine Entwicklung hat. Nicht nur die schulischen Leistungen werden beeinflusst, sondern auch das Denken, die Sprache und ihre Entwicklung, die Konzentration sowie das persönliche Wohlbefinden. Lesen erleichtert das Verstehen von Zusammenhängen, das Einnehmen anderer Perspektiven und die persönliche Weiterentwicklung. Gerade in einer Zeit, in der Informationen oft schnell und oberflächlich aufgenommen werden, bleibt bewusstes Lesen eine wichtige Fähigkeit, die Orientierung gibt und dabei hilft, das Wesentliche zu erkennen.

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