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Schule im Wandel: Was Corona verändert hat und wie sich Schule neu erfinden muss.

  • Leo, S1
  • 11. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Die Schule ist Lernort, sozialer Treffpunkt und ein Raum, in dem wir einen großen Teil unserer Jugend verbringen. Wir lernen verschiedenste Fächer, spezialisieren uns und werden auf das Berufsleben vorbereitet. Gleichzeitig lernen wir Freunde kennen und werden bewusst oder unbewusst sozialisiert. Die Schule ist ein Konzept, welches Jahrhunderte zurück reicht. Ein alt bewährtes Konzept, welches sich aber in den letzten Jahren kaum verändert hat. Ein Konzept, das auf jahrhundertealten Strukturen beruht, trifft auf eine Gegenwart, die sich schneller wandelt als je zuvor. Bereitet Schule also wirklich auf die Zukunft vor?


Schule vor Corona. Ein System, das in der Zeit stehen geblieben ist


Werfen wir einen Blick zurück. Wie sah Schule eigentlich vor Corona aus? Viele Klassenzimmer wirkten, als würden sie direkt aus den 1950er-Jahren stammen. Die meisten Klassenräume sind mit Kreidetafeln und Overheadprojektoren ausgestattet. Alles also wie immer. Digitalisierung? Leider oftmals Fehlanzeige! In den letzten 100 Jahren hat sich nicht wirklich viel verändert. iPads oder andere technische Geräte gibt es nicht überall und wenn dann auch erst seit Kurzem. Das Konzept Schule ist veraltet, nicht innovativ und bereitet nicht vollumfänglich auf die Zukunft vor.

Etwas Fortschritt kam, ja. Wenn überhaupt aber nur sehr schleppend. Von Digitalisierung wird gerne gesprochen, finden tut man sie oftmals in Deutschland leider nicht.


Schule während Corona, ein erzwungener Sprung

Mit dem Lockdown im Jahr 2020 sah Schule dann zum ersten mal nach langer Zeit wieder ganz anderes aus. Lernen alleine zuhause und Unterricht in Form von Videokonferenzen.

Corona zwang die alten Zustände dazu sich zu wandeln. Lehrkräfte mussten Unterrichtsinhalte über das Internet vermitteln. Schülerinnen und Schüler arbeiten das erste Mal mit digitalen Endgeräten und Lernplattformen. Es war eine große Veränderung. Aber war das wirklich besser?

Das brachte andererseits auch einige Risiken und Probleme. Ungleichheiten wurden stark sichtbar. Wer kein technisches Endgerät oder eine stabile Internetverbindung besaß, hatte schlechtere Karten. Der Lockdown traf alle Schulen überraschend, weshalb nicht jede gleich ein gutes Konzept und eine strukturierte Organisierung hatte.


Zu den schlechteren Lernbedingungen kam dann nach einiger Zeit auch noch die Isolation dazu für einige Schülerinnen und Schüler. Viele fühlten sich zu dieser Zeit alleine, was auch einen schlechten Einfluss auf die schulischen Leistungen haben konnte. Zudem kam auch noch erschwerend hinzu, dass einige zuhause keine ruhige Lernumgebung hatten. Dadurch wurden die Unterschiede immer größer und es wurde zum Teil auch noch unfairer.

Es fehlte ein klarer Plan. Deutschland musste improvisieren und hat es gut gemeint, oftmals war es aber schlecht koordiniert. Die Pandemie machte sichtbar, wie ungleich Bildungschancen verteilt sind. Sie zeigte aber auch, dass ein Schulsystem, das jahrzehntelang unverändert blieb, nicht innerhalb weniger Monate komplett umgebaut werden kann.


Schule nach Corona: Was ist geblieben, was ist wieder verschwunden?

Hat sich nach Corona jetzt aber alles verändert? Nein, aber manches schon. Die Reformen sind überwiegend positiv.

Vieles ist zum Alten zurückgekehrt, aber nicht alles. Die größten Unterschiede sind dabei digitale Geräte und Tools. Sie gehören inzwischen viel stärker zum Alltag. Tablets im Unterricht und Onlineplattformen für Aufgaben sind heute deutlich normaler als vorher.

Auch die Akzeptanz vieler Schulen gegenüber Digitalisierung ist gewachsen. Lehrkräfte nutzen digitale Tools heute öfter. Gleichzeitig sind aber auch die Folgen der Pandemie spürbar. Lernlücken, psychische Belastungen und soziale Unterschiede wirken nach. Ist die Schule dadurch besser geworden?

Teilweise. Corona hat Defizite sichtbar gemacht, aber auch gezeigt, wie viel Potenzial in moderner Bildung steckt.


Ein Blick nach vorne, wie die Schule in der Zukunft aussehen muss

Corona hat uns gelehrt, dass Schule sich verändern kann, wenn sie muss. Doch damit Schule wirklich zukunftsfähig wird, sind weitere Schritte nötig. Hier sind einige Ideen:

Mehr echte Digitalisierung wäre ein sinnvoller Vorschlag. Nicht nur Geräte anschaffen, sondern digitale Bildung sinnvoll nutzen. Interaktive Lernmethoden, online Lernmaterialien, digitale Kompetenzen sind alles sinnvolle Fähigkeiten, die vermittelt werden müssten. Schule muss auf eine Welt vorbereiten, die digital funktioniert.



Schülerinnen und Schüler lernen unterschiedlich schnell und auf unterschiedliche Art und Weise. Schule sollte flexibler werden, mit Lernzeiten und Projekten die auf einzelne Bedürfnisse eingehen. Das ist aber auch nicht immer einfach umzusetzen. Wichtige Fähigkeiten wie Teamarbeit, Medienkompetenz, Selbstorganisation oder politische Bildung brauchen mehr Raum. Sie werden nicht komplett ignoriert, es könnte aber ein stärkerer Fokus auf diese gelegt werden. Schule muss ein Ort sein, der auf das echte Leben vorbereitet, nicht nur auf Prüfungen. Corona war ein Schock, aber auch ein Weckruf. Das Schulsystem hat sich zum ersten Mal seit langer Zeit sichtbar bewegt. Doch diese Bewegung darf nicht aufhören. Die Schule der Zukunft muss flexibler und digitaler sein. Wenn wir aus den Erfahrungen der Pandemie lernen, kann aus der Krise eine echte Chance werden.

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