Bericht der Vollversammlung am 15.4.2026
- Emilia, S2
- 22. Apr.
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Apr.
von Emilia Beeck, 11.3
Am 15.4 hat das Schulsprecherteam eine Vollversammlung veranstaltet. Dafür haben sich die Schüler*innen um 9:50 Uhr auf der Tribüne der alten Sporthalle versammelt. Dort zeigten sich die Redner mutig und bestimmt vor der Menge. Da die Arbeit der Schulsprecher oft im Hintergrund abläuft und dadurch vom Großteil der Schülerschaft unbemerkt bleibt, war die Freude groß, als man von der Veranstaltung hörte. Zu Beginn wurden uns die Errungenschaften des Teams präsentiert. Dabei handelt es sich unter anderem um den nun erfolgreich geplanten Schulausflug und den inzwischen angebrachten Tamponspender. Aber auch die Wahlordnung wurde thematisiert, die sie erstellt haben. Diese soll den Schülern die vollständige und demokratische Wahl des Schulsprecherteams ermöglichen. Damit haben sie das Engagement bewiesen, das man sich von ihnen erhofft hat.

In der weiteren Rede sprachen sie die Probleme an, die uns Schüler*innen momentan betreffen, und wiesen auf bestehende Missstände hin, an denen gearbeitet werden müsse. Dabei wurde die Situation rund um die Baustelle geschildert, der Zustand der Mensa kritisiert und auch das Thema "sexuelle Gewalt" angesprochen. Letzteres führte zu starken Reaktionen – sowohl in der Schülerschaft als auch in der Lehrerschaft. Vom tosenden Applaus bis zu den Antworten, die uns im Interview gegeben worden:
Noah (Namen sind der Redaktion bekannt, hier aber ersetzt, Anm. d. Red.), 10. Klasse
Haben die Schüler*innen um dich herum dem zugestimmt, was das Schulsprecherteam eben gesagt hat?
„Ja, zu 100 Prozent!“
Also habt ihr auch schon einmal schlechte Erfahrungen an dieser Schule gemacht – welche wären das, wenn ich fragen darf?
„Das haben wir, ich will aber nicht sagen, was – das ist zu privat.“
Leonie (Namen sind der Redaktion bekannt, hier aber ersetzt, Anm. d. Red.), 8. Klasse
Gibt es in deiner Stufe das Bedürfnis, über Probleme zu reden?
„Ja, es gibt teilweise Kritik am Verhalten der Lehrer, an der Fairness, an der Benotung und an der Menge an Stress und Hausaufgaben, die Kindern in der Unter- und Mittelstufe zugemutet wird. Zwischen 10 und 15 Jahren haben manche kaum noch Privatleben und müssen teilweise
Sportaktivitäten komplett aufgeben.“
Hast du das Gefühl, von den Lehrern wahrgenommen und unterstützt zu werden?
„Nicht wirklich. Unsere Klasse hat mehrmals das Gespräch mit Lehrer*innen gesucht, mit denen wir Probleme hatten, und wir sind stark auf Verständnislosigkeit und Bedrohungen seitens der
Lehrer*innen gestoßen, dass wir keine weiteren Kommentare ablassen dürfen, vor allen Dingen
gegenüber unseren Eltern, weil das nicht stimmen würde und weil jegliche Probleme, die
wir haben, ausgedacht wären.“
Mia und Mila (Namen sind der Redaktion bekannt, hier aber ersetzt, Anm. d. Red.), 10. Klasse
Ich würde gerne fragen: Wie war die Stimmung in den Reihen des Publikums?
„Also, ich finde, das war eine sehr gute Stimmung, weil ich glaube, die meisten Schüler*innen haben sehr gut zugehört und fanden das Thema auch sehr interessant, weil es sehr wichtig ist. Und bei ein paar Lehrer*innen hat man gemerkt, dass sie sehr aufgebracht waren.“
Okay, was hattet ihr denn für ein Gefühl bei der Rede?
„Ich fand das Thema sehr wichtig, dass es angesprochen wurde, weil es über die Zeit an unserer Schule sehr unter den Teppich gekehrt wurde. Und es ist sehr gut, dass endlich jemand seine Stimme erhoben hat. Aber man hat auch gemerkt, dass die Lehrer das nicht ernst nehmen und einfach nur an den Ruf der Schule denken.“
Was ist das für ein Gefühl, wenn ihr seht, wie stark das unterdrückt wird?
„Ich finde das wirklich schrecklich, weil es ja auch Frauen gibt, die hier Lehrerinnen sind und sich als Feministinnen bezeichnen. Und dann dem Opfer einfach keine Aufmerksamkeit schenken
oder das nicht anerkennen und den Täter als Opfer darstellen.“
Habt ihr an dieser Schule schon einmal sexuelle Gewalt erfahren oder mitbekommen,
dass es jemandem passiert ist?
„Ja.“ „Ja, ich habe es auch mitbekommen.“
Und hattet ihr das Gefühl, dass jemand da war, mit dem ihr reden konntet?
„Eigentlich das Schulsprecherteam. Mit denen kann man gut reden, weil sie uns auch unterstützen. Und man sieht ja, dass sie sich dafür offen einsetzen. Aber von Lehrern und Erwachsenen niemand. Also wirklich – mit keinem.“
Unser Schulleiter Herr Pauleit war nicht anwesend.
Aber Frau Brandenburg teilte uns als Teil der Schulleitung ihre Meinung mit:
Welche Emotionen weckt die Rede? Sind Sie eher stolz oder eher wütend, wenn Sie
hören, dass sich Schüler*innen so engagieren wollen?
„Also ich finde erstmal eine engagierte Schülerschaft toll und wichtig und ich finde, dazu gehören auch Konflikte und Auseinandersetzungen. Das ist absolut gelebte Demokratie. Ich schätze es sehr, wenn es wirklich auch ein konstruktives Miteinander gibt. Natürlich können Schüler sagen, was sie wollen, das wollen wir ihnen überhaupt nicht verbieten. Aber ich habe zum Beispiel
Sorgen, wenn unsere Schule so dargestellt wird, als ob es hier ganz viel Misshandlung
gäbe oder ganz viele Schüler sich hier sehr unwohl fühlen und ihnen viel Ungerechtigkeit
passiert. Das ist für mich vielleicht ein Aspekt, der wichtig sein kann, dass man darauf
schaut – und vor allem nicht wegschaut. Aber ich finde es auch schön, das ganze Bild zu
erzählen, weil hier auch ganz viele tolle Sachen laufen und ganz viele gute Dinge
passieren. Und da würde ich mich freuen, wenn das auch einmal erwähnt wird.“
(Nach Aufforderung der Schulleitung folgt hier nun ein Ausschnitt eines nachträglichen
Interviews.)
Was sagen sie zu den Vorwürfen gegen die Schule, die vom Schulsprecherteam
erhoben wurden?
„Ich glaube, dass das Schulsprecher-Team Themen angesprochen hat, die Ihnen selbst wichtig sind und auf dem Herzen liegen. Die Art und Weise fand ich sehr konfrontativ und nicht besonders. Der Eindruck ist, dass viele Schüler vielleicht unzufrieden sind, das hat sich so ein bisschen angehört wie eine kleine Kampfansage. So ist es bei mir angekommen und da hätte ich mir einfach so ein bisschen eine andere Vorgehensweise, zumindest irgendwie eine andere Art sich zu äußern gewünscht. Die Themen waren wichtig, die Art und Weise, wie sie vorgetragen worden sind, fand ich nicht so gut.“ (…)
Sie meinten gerade, dass der Mensa-Ausschuss keinen Einfluss auf die Preisgebung der Mensa hat. Gab es ihrer Meinung nach noch andere Unwahrheiten, die getätigt wurden?
„Naja… das waren auch die Hausaufgaben, dass wir einfach die Hausaufgabenstriche so abschaffen können.“
Das wurde aber nicht gesagt.
„Aber so habe ich das gehört und so haben das auch andere gehört, andere Lehrkräfte. Dass ihr Einfluss hättet auf die Hausaufgaben, wie sie gegeben werden, dass ihr als Schüler da direkt Einfluss drauf hättet. Aber Hausaufgaben sind wichtig und es liegt einfach nicht in der Hand der Schüler zu sagen, wir schaffen jetzt Hausaufgaben ab. Und dazu gehören für mich auch die
Hausaufgabenstriche. Dann gibt es noch Themen, die möchte ich jetzt hier nicht… da äußern wir uns noch nicht zu, weil wir einfach da auch ein Gespräch brauchen und was einfach bei der Vollversammlung erstmal sowieso nichts zu suchen hatte.“
Also finden Sie das gehört nicht in eine Vollversammlung?
„Genau. Eine Vollversammlung ist für mich, wo Schüler und Schulsprecher-Team ein
Rechenschaftsbericht ablegen über das, was sie bisher gemacht haben und über welche Themen sie auch angehen wollen berichten.“
Auffällig ist hier natürlich die Diskrepanz zwischen der geäußerten Wahrnehmung der
Schüler und jener der Schulleitung. Wir vermuteten, dass es vielleicht an der
Kommunikation zwischen Schulsprecherteam und Schulleitung gescheitert ist. Das ist
jedoch nicht der Fall. Denn nach dem Interview mit Frau Dastur, unserer
Verbindungslehrerin an der Schule, wird klar, dass sich die Kommunikation zwischen dem
Schulsprecherteam und der Schulleitung inzwischen erheblich verbessert hat. So sagte
sie im Interview:
Wie würden Sie die Kommunikation zwischen Schulleitung und Schulsprecherteam
beschreiben?
„Ja, also es ist natürlich nicht immer ganz einfach. Manchmal gibt es auch
Missverständnisse, da muss man dann dafür sorgen, dass sie geklärt werden können.
Aber grundsätzlich würde ich sagen, sehe ich da insgesamt eine Verbesserung, was die
Kommunikation angeht. Ich habe das Gefühl, dass es in diesem Schuljahr insgesamt
deutlich besser funktioniert und kooperativer ist.“
Das Schulsprecherteam hat zum Schluss seiner Rede zum Zusammenhalt aufgerufen,
indem es sagte:
„Es ist ein Fakt, dass auch bei uns Schülerinnen und Schüler unter der Schule leiden. Wir sollten anfangen, uns nicht nur als einzelne Schüler zu sehen, sondern als die Gemeinschaft, die wir eben sind. Denn wenn wir das schaffen, werden wir als Schülerschaft eine Einheit – die nicht nur ein paar Events veranstaltet, sondern wirklich etwas verändert!“
Jeder, der bei dieser Vollversammlung dabei war, kann sich glücklich schätzen, diesen Einsatz und das Gefühl der Hilfsbereitschaft mitzuerleben.
Du bist nicht allein – Hier findest du Unterstützung
Das Thema "sexuelle Gewalt" und "Druck in der Schule" ist belastend. Wenn du selbst betroffen bist, jemanden kennst, dem etwas passiert ist, oder einfach jemanden zum Reden brauchst, gibt es professionelle Hilfe – anonym, kostenlos und vertraulich.
Zündfunke e.V.: Fachberatungsstelle bei sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Hamburg.
Telefon: 040 / 890 12 15
Web: www.zuendfunke-hh.de
Nummer gegen Kummer: Das Kinder- und Jugendtelefon.
Telefon: 116 111 (Mo–Sa, 14–20 Uhr)
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch:
Telefon: 0800 / 22 55 530 (kostenfrei & anonym)


Krieg dich mal ein Taro, ein Schulsprecher Team hat nicht die Befugnis über die Lerhmethoden der Lehrer zu bestimmen. Außerdem ist das hier kein Kindergarten mehr. Das ist ein GYMNASIUM und das ist die oberste Leistungsstufe des Schulsystems. Man muss dafür seine Freizeit in Teilen opfern und wenn das jemand nicht mehr aushält, dann gehts ab auf die Stadtteilschule!
Für den Klassenkampf gegen die unterdrückende Lehrerschaft ✊🏻✊🏼✊🏽✊🏾✊🏿
Dieser Bericht fasst perfekt die Vollversammlung zusammen.