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Oldtimer in Zeiten des Klimawandels

  • Hannah, S3
  • 12. Feb.
  • 5 Min. Lesezeit

Sie sind historische Autos mit einem besonderen Charme. Ihr Aussehen zieht jeden Blick auf sich, wenn sich diese Raritäten auf den Straßen blicken lassen. Doch inwieweit bleibt das Andenken an die Vergangenheit für Liebhaber eine Freude und für Investoren eine sichere Wertanlage in Zeiten des Klimawandels. Bevor wir uns mit der Frage beschäftigen, sollte so manches erst einmal erklärt werden.



Ab wann gilt ein Auto als Oldtimer?

Ein Auto gilt offiziell als Oldtimer, wenn es nach Berücksichtigung verschiedener Dinge als solcher anerkannt wird. Hierzu gilt als aller erstes, dass die Erstzulassung, nicht wie häufig gedacht das Baujahr, für den Straßenverkehr mindestens 30 Jahre her ist. Es muss zudem in einem guten Zustand und so originalgetreu wie möglich erhalten worden sein, wenn ein Umbau von Nöten gewesen ist. Außerdem muss eine Haftpflichtversicherung bestehen und das Auto wurde einer Hauptuntersuchung unterzogen, welche die Verkehrssicherheit gewährleistet. Zu guter letzt liegt ein Gutachten von einem Sachverständiger oder Prüfingenieur vor, indem es als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut angesehen wird. Damit sollten bereits die Anforderungen eines H-Kennzeichen erfüllt sein, welches ebenfalls als historischer Ausweis des Autos angesehen wird.


Doch was bringt ein H-Kennzeichen?

Außer das es ein historisches Gütesigel für Oldtimer ist ermöglicht es finanzielle Vorteile. Darunter fallen KFZ Erleichterungen und günstigere Versicherungspakete, welche die seltene Nutzung der Oldtimer mit einberechnen. Doch auch die Ausfahrten sind freier, da sie in Umweltzonen, welche für neuere Autos gesperrt sind, immer noch fahren dürfen.


Worauf sollte beim Kauf geachtet werden?


Am besten ist es einen Gutachter beim Kauf dabei zu haben, um eine durchdachte und gut beratene Entscheidung zu treffen. Dennoch sollte man informiert sein und seine Wahl and den Gebrauch anpassen. Ist es eine Investition oder möchte man es häufiger im Alltag verwenden. Je nach Antwort sollte auf das Modell, die Sicherheit und Anschaffung von Ersatzteilen mehr oder weniger geachtet werden.

Generell gilt, Klassiker haben einen stabileren Wiederverkaufswert, da sie nicht von Trends beeinflusst werden. Seltenere oder kulturell besondere Autos erwirtschaften später mehr, da sie begehrenswerter durch ihre Einzigartigkeit sind.

Außerhalb des Automodells ist auf originalgetreue und zeitgenössische Umbauten zu achten, sowie auf alle möglichen Schäden, die repariert werden müssten. Hierbei sollte weniger auf die Ausstattung und mehr auf die Funktionsfähigkeit, besonders des mechanischen Zustands von der Kühlung der Bremsen und dem elektrischen Zündsystem, geachtet werden. Doch zu berücksichtigen sind auch Dellen und Macken im Grundgerüst, da diese schnell hohe Reparaturkosten mit sich bringen.


Was für Kosten sollten mitbedacht werden?

Generell sollten verschiedene Extrakosten außerhalb der Restauration oder Reparatur nach dem Kauf erwartet werden. Dazu gehört natürlich ein Abstellort, der vor Wind und Wetter schützt, aber auch wiederkehrende Instandhaltungskosten. Wer zudem das Auto nicht als Wertanlage sondern als Alltagsauto verwenden möchte sollte regelmäßige Wartungen durchführen, um zukünftige Pannen oder anderweitige Probleme zu verhindern. Das bedeutet wiederkehrende Inspektionen, Wechsel von Verschleißteilen und Anschaffungen von Ersatzteilen. Um originale Ersatzteile rechtzeitig zur Verfügung zu haben lohnt sich eine Vorzeitige Anschaffung, da sie doch je nach Modell schwer zu finden sind.


Youngtimer - eine Alternative?

Wie erkennbar ist, sind Oldtimer eine teure Anschaffung, weshalb es sich auch lohnen kann den Blick auf Youngtimer zu bringen. Die Erstzulassung von Youngtimer sind 20-30 Jahre her, was sie bald zu begehrenswerten Oldtimer macht. Vorteil hierbei ist jedoch, dass die Anschaffung meist günstiger ist, Ersatzteile leichter zu finden sind und sie häufig in einem besseren Zustand sind, was sie Alltagstauglicher macht, sollte doch mal mit ihnen ausgefahren werden.


Sicherheit beim Fahren

Es sollte kein Wunder sein, dass alte Automodelle eine andere Ausstattung haben als neuere, dennoch ist es wichtig die Sicherheitsaspekte beim Kauf und fahren nicht zu vergessen. Allgemein gilt je älter das Baujahr, desto weniger Schutzvorkehrungen gab es. Somit haben Autos der Mitte 90er ein ABS System, welches eine Lenkung bei Vollbremsungen noch ermöglicht. Auch der elektrischen Fahrassistenten wurde zu dieser Zeit eingeführt und sorgt dafür, dass einzelne Räder abgebremst werden, um die eigentliche Fahrtrichtung beizubehalten, was Schleuderunfälle verringert. Den Sicherheitsgurt sollten jedoch die meisten Modelle bereits haben, da es diesen seit den 70er Jahren gibt. Airbags für Fahrer und Beifahrer sind ebenfalls schon vorhanden gewesen.

Wer seinen Oldtimer sicherer Umbauen möchte muss wissen, dass je nach Vorhaben das H Kennzeichen ungültig werden kann und damit verbundene Vorteile verloren gehen. Nachrüsten ohne den Verlust des H-Kennzeichen ist in einem 10 Jahres Rahmen erlaubt. Alles was in diesem Zeitraum nach der Erstzulassung in neue Autos eingebaut wurde ist erlaubt.


Klimawandel im Blick


Mit dem Klimawandel kommt die Sorge, dass Oldtimer wegen ihrer niedrigen Energieeffizienzklasse unbeliebter werden oder gar wegen ihrem hohen Emissionsverbrauch verboten werden, so wie bereits heute emissionsintensive Autos in bestimmten Regionen nicht mehr fahren dürfen. Hiervon werden Oldtimer noch ausgeschlossen mit bedacht ihrer seltenen Ausfahrten. Dennoch sind und bleiben sie emissionsintensive Autos, aber im Gesamtbetracht stehen sie den neuen Autos nicht besonders hinterher. Da wo heute durch bessere Technologien der CO2 Ausstoß verringert wird, wird der Kraftstoffverbrauch durch das schwerere Modell wieder eingeholt. Oldtimer, so viel CO2 sie auch Ausstoßen, sind leichtere Autos, weshalb sie zum Antrieb weniger Diesel oder Benzin benötigen.Das Problem bei Oldtimer sind eher die Modelle vor den 80er Jahren ohne Katalysator. Denn der Katalysator sorgt dafür, dass durch chemische Reaktionen die problematischen Schadstoffe in den Ausgasen zu weniger gravierenden reagieren. Die Motoren setzen somit mehr Schadstoff frei als neuere Autos, verbrauchen jedoch wegen ihrem leichteren Gewicht weniger Kraftstoff, was ihre Emissionen mit neuen Autos vergleichbar macht, welche effizientere Motoren haben aber mehr Kraftstoff benötigen. Außerdem sollte der Gesamte Lebenszyklus eines Autos betrachtet werden, wenn man sich ihre CO2 Last anschaut. Das meiste CO2 entstehen während der Herstellung und Oldtimer haben eine lange Lebensdauer, sie werden häufig mehrere Jahrzehnte verwendet. Die Besitzer haben sich somit ca. alle 12 Jahre ein Auto gespart, was nicht hergestellt werden musste. Ein weiterer Punkt der hier anschließt ist die Entsorgung. Bei Oldtimern ist es häufig einfacher sie zu entsorgen, da sie größtenteils aus Metall bestehen, wohingegen neuere Autos häufig problematische Materialien und Kunststoffe verwenden, die nur schwer zu recyceln sind. Trotz all dieser Bedenken können Oldtimer auch eine Bereicherung sein, indem sie uns die alten aber wichtigen Werte lehren, von denen der Klimawandel profitieren kann. Denn Oldtimer stehen für Wertschätzung und bedachte Nutzung, sie werden repariert statt direkt entsorgt. Und gefahren wird mit Sorgfalt, sei es frühes bremsen oder langsames beschleunigen was das Fahrzeug nicht Überlastet und zu mehr Emissionen führen kann. Dadurch werden auch Bestandteile geschont wie die Reifen, welche im Umkehrschluss seltener gewechselt und damit weniger hergestellt werden müssen. Das sind einige der Gründe warum sie so lange halten. Sie Bereichern uns in Zeiten des Klimawandels mit Ansichten, die wir wieder ins Boot holen müssen. Denn anders als die heutige Wegwerfgesellschaft wird altes Wiederverwendet und so lange erhalten wie möglich.


Energiefreundlicherer Umbau

Nichtsdestotrotz suchen Liebhaber nach Lösungen ihre Oldtimer energiefreundlicher umzubauen ohne dass sie ihren Charme verlieren. Hauptsächlich beinhaltet das den Einbau eines Elektromotors. Schon heute gibt es verschiedene Umbau-Kits, die alles für den Umstieg zum neumodischen Elektromotor enthalten und für bestimmte Modelle konzipiert wurden, damit diese durch den Umbau nicht ihren Charme verlieren und ihr Aussehen behalten. Der neue Motor ist meist leiser und Wartungsärmer, was wiederkehrende Kosten einspart. Dennoch ist der Umbau, mit oder ohne Kit, zeitintensiv und kostspielig. Außerdem wird fast immer das H-Kennzeichen entkräftet, dafür kann es mit dem E-Kennzeichen ersetzt werden. Ist dieses vor Ende des Jahres zugelassen, so fällt bis 2030 keine Kfz Steuer an und in vielen Innenstädten kann kostenlos geparkt und geladen werden.


Fazit

Wie wir sehen können sind Oldtimer nicht dringend emissionsintensiver als neue Autos. Es hängt von vielen Faktoren ab, wie dem Modell, der Langlebigkeit und er Nutzung. Auch werden sie in nächster Zeit nicht plötzlich von den Straßen verschwinden, da stets nach Lösungen geschaut wird sie zu verbessern. Der Versuch ist bereits ein Zeichen, dass Liebhaber nicht aufgeben, um weiterhin mit ihren Oldtimern fahren zu dürfen. Solange nicht der Charme verloren geht wird die Freude bestehen und der Wert nicht sinken. ImGegenteil, vermutlich bring diese Hürde die Community näher zusammen und führt zu vielen spannenden Gesprächen.

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