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Sind Vapes gefährlicher als Zigaretten?

  • Luisa, S3
  • 22. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit

Wenn man durch die Stadt läuft, kommt einem manchmal ein süsser, fruchtiger Geruch in die Nase. Vielleicht sieht man eine große Dampfwolke. Das sind Vapes, die trendige E-Zigarette die gesünder als herkömmliche Tabak-Zigaretten sein sollen. Doch stimmt das wirklich oder ist die Aussage nur eine clevere Marketingstrategie der Vape Hersteller. 

Vapes sind relativ neu auf dem Markt und somit noch ziemlich unerforscht. Ihre Auswirkungen sind erst zum Teil bekannt.


Was sind Vapes überhaupt?

Vapes benutzen Hitze, um das enthaltene Liquid zu verdampfen und somit Rauch zu erzeugen. Anders als bei Zigaretten findet kein Verbrennen statt, weshalb Vapes oft als „gesünder“ angesehen gesehen. Das Liquid enthält Nikotin, Aromen, Propylenglykol, ein Feuchthaltemittel, Lösungsmittel und Trägerstoffe, und Glycerin. Anhand von Marketing, wie die süßen Geschmäcker des Liquids oder der bunten Verpackung, sprechen Vapes vor allem Jugendliche an. Allein im Jahr 2025 wurden ca, 0,2% mehr Vapes als im Vorjahr verkauft, so das Statistische Bundesamt. Das bedeutet, das der Konsum von Vapes immer weiter zunimmt. 


Das größte Vape Unternehmen, ist das chinesische Unternehmen „iMiracle Shenzhen“, mit Marken wie Elfbar und Lost Mary. Ingesamt bietet iMiracle 6 Einwegmodelle sowie 6 Mehrwegmodelle an und ist mit weitem Abstand Marktführer. 


Gezieltes Marketing spielt eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung von Vapes unter Jugendlichen. Stephanie Eckhardt, Leiterin des Referats Suchtprävention im Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) meint dazu:

„Das Design von Vapes, der oft süße Geschmack oder der Umstand, dass Vapes häufig neben Süßigkeiten verkauft werden – all das kann dazu führen, dass E-Zigaretten als harmlos eingestuft werden und auf Jugendliche besonders attraktiv wirken. Auch die indirekte Vermarktung durch Influencer, die Vapen als lässigen Lifestyle darstellen, trägt dazu bei.“

Es gibt bereits Werbeverbote, die eine direkte Bewerbung weitgehend untersagen, sowie einzelne Verbote bestimmter Aromen. Eckhardt betont jedoch, dass weitere Maßnahmen wünschenswert wären, etwa ein generelles Aroma-Verbot, strengere Vorgaben zum Verpackungsdesign oder ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten.


Sowohl Einweg als auch Mehrweg Modelle bestehen aus einem Akku, der den Verdampfer antreibt , welcher das so gennantes Liquid erhitzt. Das Liquid besteht aus Propylenglykol, eine klare Flüssigkeit die als Trägerstoff für die Aromen und das Nikotin verwendet wird. Außerdem löst es ein so genantes  „Flash“, ein Kratzen im Hals, aus

Der zweite Inhaltsstoff ist Pflanzliches Glycerin und ist verantwortlich für die Dampfentwicklung, der  erzeugt dichten, weichen Dampf, der sich sanft im Hals anfühlt.

Bei den Aromen für den Geschmack handelt es sich meist um gewöhnliche Lebensmittelaromen. Je nach Vape sind noch weitere Stoffe enthalten, doch diese sind die wichtigsten. Das Liquid mit all seinen Inhaltsstoffe wird durch Watte transportiert, verdampft und durch das Mundstück inhaliert. 


Welche gesundheitlichen Risiken bringen Vapes mit sich?

Es gibt sowohl kurzfristige, als auch langfristige und vor allem anhaltende Schäden, die durch Vapes ausgelöst werden. Kurzfristig können Reizungen der Atemwege auftreten, sowie Übelkeit, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Schwindel und Herzrasen.


Langfristige Auswirkungen sind jedoch viel ausschlaggebender. 

Die Lunge wird durch dauerhafte Reizung durch Aerosolen (Dampfpartikel) anfälliger für Entzündungen. Diese Entzündungen können chronisch werden und zu dauerhaft eingeschränkter Lungenfunktion führen.

Etwas erforscht ist eine lebensbedrohliche Lungenkrankheit namens EVALI, was kurz für

„E-cigarette or Vaping product use-Associated Lung Injury“ steht. Vor allem in den USA wurde diese Krankheit, die oft durch illegale THC Vapes ausgelöst wird und Symptome Atemnot, Husten, Brustschmerzen und Fieber beinhaltet.



Riecht gut - ist aber gefährlich: Der Rauch aus Vapes.
Riecht gut - ist aber gefährlich: Der Rauch aus Vapes.

Auch COPD, eine chronisch Lungenerkran-kung, kann durch Vapes begünstigt werden, vor allem bei Rauchern, die zuvor Zigaretten rauchten und nun.

Studien zeigen zudem Schädigungen der Flimmerhärchen (Zilien), die normalerweise Schleim und Partikel aus der Lunge entfernen, was Infektionen fördert.

Die sogenannte „Popcornlunge“, medizinisch Bronchiolitis Obliterans, ist eine schwere, irreversible Lungenerkrankung, die auch mit dem Konsum von E-Zigaretten in Verbindung gebracht wird, insbesondere mit bestimmte Aromastoffe in den Liquids. Dabei handelt es sich um, ist eine chronisch-entzündliche Lungenerkrankung, bei der sich die kleinsten Atemwege (Bronchiolen) verengen oder vernarben, wodurch der Luftstrom stark eingeschränkt wird und die Betroffenen nur noch schlecht ein- und ausatmen können


Viele vermuten, dass die Popcorn Lunge ihren Namen von den, durch die Krankheit vernarbten, wie Popcorn aussehenden Bronchiolen kommen. Doch der erste bekannte Patient war ein Arbeiter aus einer Popcornfabrik in den frühen 2000er, der durch das ständige Einatmen des Butteraromas und dem enthaltenen Diacetyl erkrankte. Diacetyl ist ein chemischer Aromastoff, der in einigen

E-Zigaretten-Liquids enthalten ist, besonders bei süßen oder buttrigen Geschmacksrichtungen. Mehrere Untersuchungen von E-Liquids haben gezeigt, dass Diacetyl in manchen Produkten enthalten ist, wenn obwohl es nicht auf dem Etikett stand. Es wird angenommen, dass beim regelmäßigen Inhalieren solcher Substanzen eine Popcorn-Lunge entstehen kann. Nicht alle Vapes enthalten Diacetyl, aber viele Billig- oder Importprodukte z. B. aus China tun das.


Einige Bestandteile des Liquids wirken zelltoxisch und können Zellen angreifen und somit die DNA verändern. Dies ist eine Vorstufe zur Krebsentstehung. Krebsrisiken sind noch nicht klar, es fehlen noch Langzeitstudien und Tierversuche. Stephanie Eckhardt erklärt warum:

„Krebs entwickelt sich über Jahrzehnte, E-Zigaretten sind erst seit etwa 20 Jahren auf dem Markt. Weitere Forschung ist dringend nötig. Zellstudien zeigen bis jetzt noch keine karzinogene, krebsauslösend, Wirkungen von Vape-Dampf.“

Auch der Mundraum kann durch das vapen beschädigt werden. Der Dampf kann das Zahnfleisch reizen und zu chronischer Zahnfleischentzündung führen. Besonders bei süßen oder sauren Aromen im Liquid kann der Zahnschmelz angegriffen werden und dadurch Schäden auswirken.



Nikotin: das Nervengift

Vapes enthalten auch Nikotin, das als besonders schädliche Stoff bekannt ist. Es wirkt als Neurotoxin und wird in der Natur von Pflanzen zur Abwehr von Insekten gebildet. Es wird schnell über Lunge oder Mundschleimhaut aufgenommen und gelangt in wenigen Sekunden in das Gehirn. Nikotin wirkt stimulativ und beruhigend zugleich, abhängig von Dosis, Gewöhnung und Kontext.


Es stimuliert das Belohnungssystem und führt zur Dopamin-Freisetzung, die ein Wohlgefühl auslöst. Es fördert kurzzeitig Konzentration und Aufmerksamkeit, reduziert Hunger und Appetit und wirkt angstlösend und entspannend. Dabei werden es den Puls und Blutdruck, verengt die Blutgefäße und setzt mehr Stresshormone (Adrenalin) frei. 

Außerdem verengt das Nikotin die Blutgefäße und erhöht somit das Risiko für Bluthochdruck, Atherosklerose und Herzinfarkte. Der Symphathikus gehört zum unwillkürlichen, vegetativen,  Nervensystem. Es sorgt für eine Leistungssteigerung und wird zum Beispiel in Stress- und Notfallsituationen aktiviert.

Unter seinem Einfluss steigt die Herz- und Atemfrequenz, der Blutdruck und die Skelettmuskulatur wird angespannt und gut durchblutet. Die dauerhafte Stimulation des Sympathikus durch Nikotin sorgt für ein erhöhtes Risiko einer Herzryhtmusstörung. Vor allem bei Menschen mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Diabetes,

Das Endothel, die Gefäßinnenwand des Herzens, wird durch toxische Stoffe geschädigt und fördert somit auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 


Zudem ist Nikotin ein extrem abhängigmachender Stoff. Es gehört zu den am schnellsten süchtig machenden Substanzen überhaupt, sogar vergleichbar mit Heroin oder Kokain. Bindung an nikotinische Acetylcholinrezeptoren im Gehirn führt zu rascher Dopaminausschüttung, wodurch das Belohnungssystem auf Langezeit „trainiert“ wird. Der Körper gewöhnt sich an die Nikotinzufuhr, es braucht immer mehr, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Das nennt sich Toleranzentwicklung.


Stephanie Eckhardt erklärt, woran man eine Abhängigkeit erkennen kann:


  • Man muss ständig mehr und häufiger konsumieren, um den gewünschten Effekt zu spüren.

  • Bestimmte Situationen – wie Stress oder Prüfungsangst – werden fest mit dem Konsum verknüpft.

  • Man konsumiert direkt nach dem Aufwachen oder trotz einer starken Erkältung weiter.

  • Wie sehr man bereits abhängig ist, kann man mit dem Fagerström-Test auf rauchfrei-info.de selbst einschätzen.


Außerdem hat Nikotin laut Eckhardt einen negativen Einfluss auf die Gehirnentwicklung Jugendlicher und kann zu Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und Schlafstörungen führen.


Sind Vapes jetzt eine gesunde Alternative zur herkömmlichen Zigarette?

Vapes und Nikotin werden oft unterschätzt, doch ihre gesundheitlichen Risiken sind deutlich und real. Auch wenn E-Zigaretten weniger Schadstoffe enthalten als herkömmliche Zigaretten, sind sie keineswegs harmlos. Langfristiger Konsum kann die Lunge, das Herz-Kreislauf-System und das Gehirn schädigen. insbesondere durch Nikotin, das stark abhängig macht und vielfältige körperliche Folgen haben kann. Die „Popcorn-Lunge“ ist ein Beispiel dafür, wie bestimmte Aromastoffe in Vapes zu schwerwiegenden, irreversiblen Lungenschäden führen können. Insgesamt zeigen aktuelle Erkenntnisse klar: Vapes sind keine gesunde Alternative, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko besonders bei regelmäßigem und langfristigem Gebrauch, genauso wie die herkömmliche Tabak Zigarette.


Stephanie Eckhardt fasst es treffend zusammen:

Viele Langzeitfolgen sind zwar noch unbekannt. Aber an alle, die glauben, Vapen seien harmlos, richtet sie diese klare Botschaft: Das in vielen Vapes enthaltene Nikotin macht schnell abhängig, schädigt die Gefäße und beeinflusst die Gehirnentwicklung negativ. Weniger schädlich bedeutet nicht harmlos! Sogesehen sind Vapes sogar gefährlicher, weil man die Auswirkungen unterschätzt.“

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