Musik, die heilt - ein Abend mit „Beach Bunny“
- Emilia, S1
- 11. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt nur Gutes zu sehen, wenn du am Springen bist – dann siehst du, wie die Sängerin Rücken an Rücken mit der Gitarristin tanzt, und fühlst den Bass bis in die Knochen hinein. Das Lied hast du schon tausendmal gehört, das Einzige, was neu ist, sind die vielen Menschen um dich herum. Diese Menschen feiern die gleiche Musik, tanzen und leben ihre Emotionen. Vielleicht wecken die Lieder ja sogar die gleichen Gefühle bei ihnen.
All das trifft auf viele gute Konzerte zu. Auf dem Konzert von Beach Bunny im Gruenspan-Club ist mir aber etwas aufgefallen:
Ein ganz großer Teil der Liedtexte von Beach Bunny dreht ich um das Thema „Mental Health“, also das psychische Wohlbefinden, die Wahrnehmung des eigenen Körpers und die daraus resultierenden Gefühle. Aber wie kann man bei einem Song über die Essstörung eines jungen Mädchens in der Konzerthalle nur lächelnde Gesichter sehen? Das wäre auf den ersten Blick ein klarer Widerspruch. Natürlich hört nicht jeder beim Musikhören auf den Text, aber bei einer eher unbekannten Band mit weniger Popularität findet man auf den Konzerten hauptsächlich echte Fans.
Wirkung von Konzertbesuchen auf unser Befinden
Nun aber zurück zu der Beobachtung, die ich auf dem Konzert machen konnte: sehr ernste Texte in Verbindung mit all den glücklichen Gesichtern. Es stellt sich heraus, dass Musik eine viel tiefere Wirkung auf uns hat, als man zunächst denkt – körperlich und geistig. So kann das Hören von Musik allein schon eine Ausschüttung von Dopamin bewirken. Dopamin ist eines der Hormone die, uns Glück oder Freude empfinden lassen. Außerdem kann Musik Stress mindern, indem der Cortisolspiegel gesenkt wird. In deinem Körper werden also unmerklich Hormone ausgeschüttet, die deine Stimmung verbessern und Stress lösen. Da könnte dir der Arzt ja fast eine Playlist zusammenstellen. ;)
Außerdem spielt Musik eine soziale Rolle: In der Community deiner Lieblingsband findest du Menschen, die vielleicht deine Probleme teilen oder dir sogar zeigen, dass du aus diesen wieder herausfinden kannst. So entsteht ein Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe und ein „Safe Space“ für deine Gefühle. Es steht fest, dass diese Dinge einen positiven Einfluss auf deine mentale Gesundheit haben.
Wenn jetzt also die Band psychische Erkrankungen thematisiert, hören vor allem Menschen die Musik, die sich damit beschäftigen oder eine Verbindung dazu haben.Und so erklärt sich auch der Grund für das Lächeln:
Die Fans von Beach Bunny haben Menschen gefunden, die ihre Emotionen und Probleme teilen, und entwickeln dadurch ein starkes Zugehörigkeitsgefühl. Die dadurch entstehende Sicherheit lässt es zu, dass sich jeder mit seiner mentalen Situation auseinandersetzen kann, ohne bewertet zu werden.
Zusammenfassend lässt sich durchaus feststellen, dass Musik einen sehr positiven Einfluss auf die Psyche des Menschen hat und die entstehenden sozialen Netzwerke genauso förderlich sind. All das erklärt und bestätigt mein schönes Erlebnis auf dem Beach Bunny Konzert.
Hier kann Musik heilend sein.

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