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Hilfe, die ankommt – aber wie lange noch?

  • Klaas, S2
  • 14. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Die Zukunft der Tafel


Die Tafel ist für viele Menschen in Deutschland zu einem großen Teil ihres Lebens geworden. Viele Leute empfangen Hilfe, welche sie aufgrund der Umstände im Land benötigen. Simpel gesagt: Die Zahl der Hilfeempfänger steigt. Zudem ist das Personal der Tafel teilweise überfordert, da Arbeitsbedingungen nicht mehr gewährleistet werden können, wenn die Nachfrage nach Hilfe steigt. Wenn die Tafel zusammen brechen würde, hieße das für viele Hilfeempfangende, dass sie entweder letzte Notgroschen anbrechen müssen oder eine andere Hilfsorganisation “überschwemmen” müssten. Doch wie wird sich die Tafel erhalten? Wir haben nachgefragt.


Laut dem Statistischen Bundesamt erhalten rund 1 200 000 Menschen Grundsicherungen. Das

sind bereits 1,5 Prozent der Bevölkerung. Die Dunkelziffer der Menschen, welche Hilfe benötigen, ist wahrscheinlich wesentlich höher. Laut dem Statistischen Bundesamt sind 13 Prozent der Deutschen armutsgefährdet.

In einer Welt ohne gemeinnützige Organisationen wie die Tafel würden viele der von Armut betroffenen oder gefährdeten Personen vermutlich ein Problem mit der Nahrungsversorgung von ihnen und ihren Familien haben.


Wer hilft?

Bei der Tafel in Deutschland engagieren sich Stand 2026 April 77 000 Menschen, um solch

einem Szenario aus dem Weg zu gehen.

Hauptsächlich fokussiert sich die Tafel darauf, Lebensmittel, welche aus Gründen wie

ausgefallener Kühlung oder Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatum von Supermärkten nicht mehr für den vollen Preis verkauft werden können, aber noch genießbar sind, zu sammeln und möglichst zeitnah an Bedürftige zu bringen.

Die Tafel existiert seit 1993, hatte ihre Anfänge in Berlin und wurde dort von Sabine Werth gegründet. Die Initiatorin Annemarie Dose wurde für ihre Stiftung und Einsatz gegen Not mit dem Landes- und Bundesverdienstkreuz geehrt. Dies wird für außerordentliche Leistungen auf Bund und Landesebene vergeben.

Zwei freiwillige Helfer, die uns ein Interview gegeben, haben beschreiben die Erfahrung als selbst stärkend und angenehm, denn „man spürt den Impact und lernt neue Teile der Stadt kennen“. Allgemein wirkt der gesamte Standort in Hamburg auf uns aufgeschlossen und entspannt.


Aber was ist denn jetzt in Zukunft?

Auf Nachfrage, ob die Tafel in Hamburg eine gute Zukunft habe oder nicht, antworten die Freiwilligen, dass grundsätzlich keine Rückschritte gemacht werden dürfen, da die Zahl der bedürftigen Menschen nicht weniger würde. Das einzige, das die Zukunft der Tafel bedroht, ist das weiterentwickeln von Technologien, welche die Läden vor Ausfälle bei Produkten sichern sollen. Die Tafel wird also in Zukunft wohl immer noch bestehen.

Dennoch bestehen die Probleme, welche die Tafel nicht alleine lösen kann. Laut der Aktion- gegen-den-Hunger entsteht Hunger meistens durch Armut, denn wer nichts hat, der hat auch kein Essen. Die Tafel fungiert also eher als Bekämpfer der Symptome der Armut, nicht als Lösung dieser. Um dem Problem der Armut entgegen zu wirken, brauchen wir Hilfe aus der Politik und Engagement der einzelnen Personen.

Das einzige was also ernsthaft die Tafel bedroht ist gute sozial Politik. Wenn Sie ernsthaft die Zukunft der Tafel gefährden wollen, dann sollten sie so wählen, dass keiner mehr um seine nächste Mahlzeit bangen muss. In Hamburg sehen eigentlich die meisten Parteien eine Förderung dieser Menschen vor. Der einzige Ausreißer, der mir beim Ansehen der Wahlprogramme für Hamburg auffiel, ist die AFD. Diese Partei hat zum Thema Soziales ungefähr 2 1/2 Seiten. Hier finden sich nur 10 Zeilen zum Thema Hunger, welche ausschließlich von der Verpflegung von Schulkindern handeln.


Wie helfe ich sonst?

Unsere Interview Partner berichten: „Man merkt schon, dass die Leute Hilfe wollen, denn man sieht ihnen die Freude an.“ Dennoch sind viele Menschen nicht bereit, selber zu helfen. Um ehrlich zu sein, ist es aber auch nicht Ihre Aufgabe, jedem zu helfen. Für den Fall, dass Sie eine der Personen sind, die trotzdem Menschen helfen wollen, empfehlen unsere Interview Partner: “Am besten ist, selber anpacken, aber wenn man es sich leisten kann, reicht Spenden auch aus.” Abschließend haben die beiden auch nochmal betont, dass nur die Menschen spenden sollten, die sich das auch wirklich leisten können.


Ausblick in die Zukunft

Die Zukunft der Tafel ist nicht bedroht. Ihr Ende ist auch nicht ersichtlich, zumindest in Hamburg, denn hier ist die Politik solchen Vereinigungen gegenüber freundlich. Wenn Parteien beispielsweise einen “Patriotismus Check” bei Vereinigungen einführen würden, könnte das neben der Tafel auch grundsätzlich unsere Demokratie gefährden. Denn mithelfen in der Tafel ist wahre Partizipation. Deswegen sollten wir uns klar machen, was benötigt wird, um den Beschäftigten der Tafel ihre Arbeit auch in Zukunft zu ermöglichen.


Deswegen Danke an die Tafel und Danke an alle, die sich sonst sich um die Menschen kümmern, die es in unserer Gesellschaft am schwersten haben.



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